Praxis für Optometrie

Dr. med. Christl Huber
Ärztin · Optometrie · Naturheilverfahren

June 2006

Was ist Weitsichtigkeit?

Weitsichtigkeit ist ... wenn man eine Lesebrille braucht. Das ist jedoch nur die halbe Wahrheit. Als Weitsichtigkeit bezeichnet man auch eine angeborene Fehlsichtigkeit, die sozusagen das Gegenteil von Kurzsichtigkeit ist.

Altersbedingte Weitsichtigkeit

Der Begriff Weitsichtigkeit wird häufig benutzt um eine altersbedingte Veränderung der Augenlinse zu beschreiben. Diese Weitsichtigkeit wird Presbyopie genannt und tritt etwa ab dem 45. Lebensjahr auf. Dabei verliert die Augenlinse langsam ihre Flexibität um sich beim Sehen in der Nähe so zu verändern, daß die Augen im Nahbereich scharf sehen können.

Presbyopie beeinflusst nur das Sehen in der Nähe. Lesen, Schreiben und das Erkennen von kleinen Gegenständen wird immer schwieriger. Diese Veränderung der Augenlinse findet bei jedem Menschen statt, beim Einen etwas eher, beim Anderen später. Sie setzt sich etwa bis zum 70. Lebensjahr fort und bleibt dann konstant. Presbyopie wird mit Lesebrille oder Multifokalgläsern korrigiert.

Angeborene Weitsichtigkeit

Als Weitsichtigkeit bezeichnet man eigentlich eine Fehlsichtigkeit die angeboren ist. Der Augapfel ist dabei kürzer als beim normalsichtigen Auge. Normalsichtige Menschen sehen in allen Entfernungen scharf. Weitsichtige sehen in der Weite relativ gut, haben jedoch Probleme beim Sehen in der Nähe. Weitsichtigkeit wird auch Übersichtigkeit oder Hyperopie genannt. Weitsichtigkeit wird mit Pluslinsen korrigiert.

Korrigierte Weitsichtigkeit

Wenn der Augapfel zu kurz ist, werden die Lichtstrahlen nicht auf der Netzhaut sondern dahinter gebündelt. Weitsichtige können zwar in der Ferne meist relativ gut sehen, aber nur mit Anstrengung. Dabei kompensiert die Augenlinse automatisch den Fehler durch Anspannung eines kleinen Muskels im Auge (Ziliarmuskel). Diese Kompensation läuft automatisch über das vegetative Nervensystem ab.

Bei jungen Menschen oder geringer Weitsichtigkeit macht sich die zusätzliche Anstrengung kaum bemerkbar. Das Sehen mit Brille ist dabei nicht unbedingt besser. Die Brille verhindert jedoch eine Überanstrengung der Augen. Bei höherer Weitsichtigkeit ist eine Korrektion für gutes Sehen in Ferne und Nähe notwendig.

Sehen in die Ferne ist Entspannung

Alles was weiter als 6 Meter entfernt ist bedeutet Sehen in die Ferne. Die Augen befinden sich dabei in der Position der physiologischen Ruhe. Augenmuskeln und Augenlinse sind entspannt. Den Blick in die Ferne schweifen lassen ist Entspannung für die Augen.

Sehen in die Nähe ist oft anstrengend

Moderner Lebensstil und Arbeitsweise erfordern jedoch zunehmend Sehen in der Nähe, und das über lange Zeiträume. Viele Stunden am Tag verbringen wir mit angespanntem Sehen im Nahbereich. Oft ist sogar das Sehen in die Ferne nicht entspannt wie zum Beispiel beim Autofahren oder Fernsehen. Der Blick ist dabei ständig auf einen kleinen Punkt in der gleichen Richtung fixiert ohne daß sich die Augen dabei bewegen.

Weitsichtige brauchen eine Arbeitsbrille

Für Weitsichtige ist das Sehen in der Nähe anstrengend. Unseren Lebensstil können wir kaum ändern. Um jedoch ermüdungsfrei sehen zu können, sollten wir Augen und Nervensystem entlasten. Kopfschmerzen, brennende Augen und vorzeitige Übermüdung bei intensiver, langer Naharbeit können oft mit einer Arbeitsbrille vermieden werden.

Weitsichtige

  • können eine Brille ständig tragen - auch für die Ferne
  • sollten eine Brille immer tragen bei intensiver Naharbeit