Praxis für Optometrie

Dr. med. Christl Huber
Ärztin · Optometrie · Naturheilverfahren

Mehr über AUGEN + SEHEN

October 2017

Kurzsichtigkeit nimmt weltweit zu

Seit einiger Zeit beobachten Wissenschaftler weltwelt, daß Kurzsichtigkeit so stark zunimmt wie noch nie zuvor. Bisher ging man immer davon aus, daß Kurzsichtigkeit vor allem vererbt wird. Daß sich die hohe Zunahme nicht allein durch genetische Faktoren erklären läßt, führte zu zahlreichen internationalen Studien. Die Ergebnisse waren überraschend. Vielfach wurde vermutet, daß der Gebrauch von digitalen Geräten dazu führte. Es ist jedoch vor allem der Aufenthalt in geschlossenen Räumen und das Fehlen von Tageslicht, das zum Anstieg von Kurzsichtigkeit führt.

Kurzsichtigkeit (Myopie) ist vererbt

Bei Myopie ist der Augapfel länger als normal. Dadurch wird das Licht vor der Netzhaut gebündelt, der Betroffene sieht in der Ferne unscharf, in der Nähe jedoch scharf. Beim Kurzichtigen muß sich die Augenlinse beim Sehen in der Nähe weniger krümmen um scharf zu sehen als beim Normalsichtigen. Beim Sehen in die Ferne braucht der Kurzsichtige jedoch eine Sehhilfe. Das Längenwachstum des Augapfels wird vererbt, so wie z.B. Körpergröße oder die Größe von Händen und Füßen. Neu ist, daß äußere Faktoren zusätzlich das Wachstum fördern können. 

Äußere Einflüsse

Bis vor kurzem konnte nie nachgewiesen werden, daß Tätigkeit im Nahbereich direkt zu Kurzsichtigkeit führt. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch, daß ein verändertes Sehverhalten bei Arbeit, Schule und Freizeitgestaltung die Zunahme von Kurzsichtigkeit fördert. http://www.neco.edu/research/researchareas/Researchspotlightmyopia

Smartphones sind tatsächlich Teil des Problems. Das hochenergetische blaue Licht digitaler Geräte stimuliert das Wachstum des Augapfels. Doch es gibt noch einen anderen Zusammenhang. Durch die vermehrte Nutzung digitaler Medien verbringen viele Menschen auch weniger Zeit im Freien und bei Tageslicht.

In zahlreichen Studien wurde weltweit nachgewiesen, daß vor allem durch kürzeren Aufenthalt im Freien und Mangel an Tageslichtexposition die Entwicklung von Myopie ansteigt.

Und zwar wirkt sich der verringerte Aufenthalt im Freien doppelt so stark aus, wie die Benutzung digitaler Geräte bei Naharbeit. Bei einem Aufenthalt von weniger als 30 min. täglich verdoppelt sich die Wahrscheinlichkeit kurzsichtig zu werden oder sich eine bereits bestehende Myopie erhöht. Was genau dazu führt muß noch erforscht werden. Fest steht jedoch, daß das Längenwachstum des Augapfels unumkehrbar ist.

Vererbt und/oder erworben: Kurzsichtigkeit bleibt ein Leben lang bestehen

Vor allem für Kinder und Jugendliche wirkt sich diese Entwicklung fatal aus. Liegt eine Veranlagung von Myopie vor wird diese noch verstärkt. Eine geringe oder mittlere Myopie kann in eine hohe Kurzsichtigkeit übergehen. Damit verbunden ist ein verlängerter Augapfel mit Glaskörper- und Netzhautveränderungen.

  • Zu wenig Aufenthalt im Freien (weniger als 30 min. täglich
  • Körperliche Inaktivität
  • Nutzung von Smartphones mehr als 3 Stunden täglich

führen

  • zur Zunahme von Kurzsichtigkeit
  • vermehrten Kopfschmerzen
  • Störungen des Biorhytmus und Schlafdefizit

Deshalb

Mehr Aufenthalt im Freien + kürzere Nutzung von Smartphones