Praxis für Optometrie

Dr. med. Christl Huber
Ärztin · Optometrie · Naturheilverfahren

October 2009

GRAUER STAR oder KATARAKT

Ein Thema nicht nur für Ältere

Als grauen Star oder Katarakt bezeichnet man Trübungen der klaren Augenlinse. Die Augenlinse ist flexibel und dient der Scharfstellung des Auges in unterschiedliche Entfernungen (Fokusierung). Im Laufe des Lebens verliert die Linse ihre Elastizität und Gegenstände in der Nähe können nicht mehr scharf gesehen werden. Dies geschieht um das 45. Lebensjahr und der Mensch braucht dann eine Lesebrille.

Bei vielen Menschen kann sich die Augenlinse aber auch eintrüben. Es entsteht langsam ein grauer Star auch Katarakt genannt. Katarakte können angeboren sein aber auch durch Verletzung oder Krankheit am Auge ausgelöst werden. Meist entsteht ein Katarakt jedoch altersbedingt. Ab einem Alter von 75 sind etwa die Hälfte der Menschen davon betroffen.

Neues Wissen über die Ursachen

Wissenschaftlern ist es vor kurzem gelungen, die Ursachen für die Entstehung der Linsen-trübung zu entschlüsseln. Dabei fand man, daß die Proteine der Augenlinse eine besonders gefaltete Struktur aufweisen um die Linse transparent zu machen. Wird nun diese Faltung gestört, kommt es zu einer Verwirrung der Eiweißstruktur und die Linse trübt sich ein.

Kristallin – das Reparaturenzym

Das Enzym Kristallin ist ein innerer Schutzmechanismus in der Linse um fehlgefaltete Proteine wieder in ihre geordnete Struktur zu bringen. Funktioniert dieser Reparatur-mechanismus nicht ausreichend, bleiben die Eiweißzellen in Unordnung und damit auch nicht mehr klar und durchsichtig.

Ursachen dafür sind

  • Genetische Veranlagung

    Mit zunehmenden Alter wird das Gen für den Bauplan von Kristallin in seiner Funktion eingeschränkt. Je älter der Mensch wird, desto mehr zeigt sich der Funktionsverlust. Die genetische Veranlagung ist bei jedem Menschen unterschiedlich, sodaß es etwa ab dem 55. Lebensjahr bis ins hohe Alter zur Linsentrübung kommen kann aber nicht unbedingt muss.
  • Äußere Einflüsse

    Sie beinflussen die Verklumpungsrate der Linsenproteine, sodaß Kristallin die Eiweiß-struktur nicht mehr ausreichend reparieren kann. Risikofaktoren für eine erhöhte Zerstörung der Proteinstruktur sind
    • hohe UV-Belastung
    • Rauchen
    • Ernährung mit wenig Obst und Gemüse
    • Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck

Diagnose und Therapie

Eine Linsentrübung wird meist vom Betroffenen selbst bemerkt wenn das Sehvermögen absinkt. Es kann auch zu unterschiedlichem Farbsehen, dunklerem Sehen auf einem Auge oder erhöhter Blendungsempfindlichkeit kommen. Bei einer Augenuntersuchung ist die Diagnose leicht zu stellen. Einzige Therapie ist die Operation. Dieser Eingriff ist heute wenig risikobelastet und wird oft ambulant durchgeführt. Dabei wird die getrübte Linse aus dem Auge genommen und durch eine Kunstlinse ersetzt. Damit kann zugleich eine bestehende Fehlsichtigkeit korrigiert werden. Diese sog. Staroperation sollte rechtzeitig erfolgen um die Funktion der Augen zu erhalten.

Vorsorge gegen grauen Star beginnt in jungen Jahren

Mehr als die Hälfte aller Kinder, die in den sog. reichen Ländern seit 2000 geboren wurden, wird 100 Jahre alt werden. Damit wird auch die Zahl derer steigen, die an grauem Star erkranken. Prävention ist zwar keine Garantie, aber eine gute Voraussetzung um die Linsentrübung hinauszuschieben oder sogar zu verhindern. Der Schlüssel zur Prävention ist einmal mehr gesunde Lebensweise.

Katarakt-Prävention

  • Schutz vor intensiver UV-Strahlung mit Sonnenbrille und Hut/Mütze
  • Nicht Rauchen
  • Gute Durchblutung durch Bewegung
  • Gute Nährstoffversorgung mit gesunder Ernährung
  • Regelmäßge Augenuntersuchungen
  • Vorsorge-Untersuchung für Diabetes und Bluthochdruck